Juli

Wir müssen uns nach der Schneedecke strecken – mit Solar- und Windkraft

„Forscher um Christoph Marty vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung haben errechnet, dass die alpine Schneedecke bis Ende des Jahrhunderts um voraussichtlich siebzig Prozent zurückgehen wird, wenn die globalen Treibhausgasemissionen weiter steigen. …
Demnach wird die durchschnittliche Schneehöhe sogar in Skigebieten über 3000 Metern um vierzig Prozent abnehmen, während es in Lagen unter 1200 Metern – dem Höhenbereich, in dem zwei Drittel der bayerischen Skigebiete liegen – im Jahr 2100 kaum noch geschlossene Schneedecken geben wird.

Wer auch künftig noch Schnee für alle will, der sollte statt auf „technische Beschneiung“ wohl doch lieber auf technische Ursachenbekämpfung setzen. In ihrer Schneestudie lieferten die Forscher aus Davos denn auch eine motivierende Zahl mit: Gelinge es, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, werde die alpine Schneedecke „nur“ dreißig Prozent kleiner.

 

Noch besser, die Welt hält das 1,5-Grad-Ziel ein.

Die Wissenschaftsakademien … haben jüngst „Optionen für die nächste Phase der Energiewende“ ausgelotet. Ihr Befund: Eine Reduktion der CO2-Emissionen um 85 Prozent „erscheint machbar“, sei jedoch mit „hohen technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden“.

… Die Forscher sind sich sicher, dass es ohne einen massiven Ausbau von Windkraft und Fotovoltaik nicht geht. Die Erneuerbaren müssen ja nicht nur Kohle-und Atommeiler ersetzen, sondern auch Fahrzeuge antreiben und Häuser wärmen: Sektorenkopplung nennt man diese große Elektrifizierung. Nach einer Phase, in der Strom vermehrt direkt genutzt wird – etwa in Wärmepumpenheizungen und E-Autos  – wird er ab 2025 zunehmend dazu verwendet, Wasserstoff, Methan und synthetische Kraftstoffe herzustellen, also speicherbare Erneuerbare mit hoher Energiedichte. Sie werden im dekarbonisierten Deutschland helfen, „Dunkelflauten“ zu überbrücken und schließlich auch Lkw, Flugzeuge und Schiffe CO2-neutral antreiben.“

 Auszüge aus dem Beitrag „Und nun zum Klima“ von Wolfgang Hassenstein im Greenpeace-Magazin 2/2018