April

Von Robotern und Menschen

Eine Stimme für das bedingungslose Grundeinkommen

„Das Grundeinkommen schließt alle Einkommen gleichermaßen in die Solidarpflicht ein. Es kennt weder eine Beitragsbemessungsgrenze noch eine steuerliche Ungleichbehandlung des Einkommens von Robotern und Menschen. Für die Besserverdienenden soll das gesamte Einkommen die Bemessungsgrundlage bilden. Und Maschinen sollen wie Menschen ihren Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaats leisten.

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Die Digitalisierung lässt Arbeitsproduktivität und Wertschöpfung steigen. Weniger Menschen schaffen mithilfe von Automaten, Maschinen und Robotern mehr Werte. Einseitig nur den Besitzern des ‚Internets der Dinge‘ den Mehrwert zufließen zu lassen führt zu einer sich öffnenden Schere zwischen Kapital-und Arbeitseinkommen. Als Folge wird die Finanzierung des Sozialstaates durch die Löhne erschwert. Es braucht eine beschäftigungsneutrale Finanzierung des Sozialstaatsüber allgemeine Steuern auf alle Einkommen. Das bedingungslose Grundeinkommen folgt der Absicht, diese Forderung in die Realität umzusetzen.

…. Sobald Firmen Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten, muss der Staat einen Anteil der Profite erhalten (egal, ob die Eigentümer im In-oder Ausland leben und steuerpflichtig sind). Also nicht eine Robotersteuer, sondern eine Besteuerung der Robotereigentümer ist die beste Antwort auf den Angriff der Automaten auf menschliche Arbeitsplätze.“

Auszüge aus dem Buch „Radikal gerecht“ von Thomas Straubhaar, edition Körber-Stiftung,
Hamburg 2017 (S. 50 und S.61/62). Der frühere Leiter des Hamburgischen
Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) Thomas Straubhaar ist heute Professor für
Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg.