Februar

Vom bescheidenen Nutzen der Banken

„Banken sind im Grunde Vermittler; sie bieten nichts, das direkt zum heutigen Konsum oder zu den Investitionen beiträgt. Sie sind nur insofern nützlich, als sie entweder den Konsum der Privathaushalte oder die Investitionen der Unternehmen stützen – und nur solange sie dies auf wirksame, verantwortungsvolle und preiswerte Weise tun.

Abgesehen davon, dienen Banken hauptsächlich der Festigung von Kontrolle und Macht und sie erreichen dies, indem sie von ihren Kreditnehmern einen Tribut in Form von Zinsen einfordern. Finanzinstitute beschäftigen darüber hinaus viele der klügsten Köpfe in den Computerwissenschaften und der Mathematik und liefern sich ein Wettrennen um rechnerische Überlegenheit in ihren Märkten. Von einem sozialen Standpunkt aus betrachtet, stellt dies räuberisches Verhalten dar: Niemand außerhalb des Bankensektors zieht daraus irgendeinen Nutzen.

Vielleicht wäre das Land ohne seine Großbanken besser dran. Die grundlegenden Dienstleistungen, die eine Bank der Öffentlichkeit bieten soll – Einlagen, Auszahlungen, Kredit- und Debitkarten -, könnten von günstigen öffentlichen Instituten zu preiswerten Tarifen bereitgestellt werden, etwa von den städtischen oder bundesstaatlichen Behörden oder vom Postdienst. Kleinere regionale und genossenschaftliche Banken könnten Unternehmenskredite vergeben und die Risikoeinschätzung der Haushalte übernehmen. Weil die Manager kleiner Banken weniger exorbitante Löhne erhalten, könnte man die Kosten der Finanzplutokratie einsparen und für gesellschaftliche Zwecke einsetzen.“

Auszug aus dem Buch „Wachstum neu denken“ von James K. Galbraith, Rotpunktverlag
Zürich 2016, S. 268-269.