Verfolgung der Rohingya in Myanmar:
eine ignorierte Katastrophe

Das Militär des Staates Myanmar (früher: Birma) geht gegen Rebellen in der Region Rakhine vor. Nach Angaben des UN-Generalsekretärs übt es dabei exzessive Gewalt gegen die Zivilbevölkerung aus. Menschen werden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Vom Einsatz von Landminen ist die Rede. Rohingya-Frauen werden gedemütigt und massenhaft vergewaltigt. Der UN-Sondergesandten für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, zufolge sei die sexuelle Gewalt im Norden Myanmars durch die Armee „befohlen, orchestriert und verübt“ worden (ZEIT online, 12.11.2017).

Der Südostasien-Wissenschaftler Hans-Bernd Zöllner (zitiert nach Diettrich & Blümel 4.10.17):

„Die Muslime indischer, bengalischer Herkunft werden nicht zu den Völkern gerechnet, zu den Ethnien, die als Bürger erster Klasse anerkannt worden sind schon zu Zeiten der Unabhängigkeit. Und es ist ein Grundsatzstreit zwischen den Vertretern der Rohingya und den Vertretern der Regierung, ob sie dieses Grundrecht haben.“

Hunderttausende sind bereits nach Bangla Desh geflohen. Dort leben sie und unter erbärmlichen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Verhältnissen.

Die Weltgemeinschaft ist dringend gefordert, diese humanitäre Katastrophe zur Kenntnis zu nehmen – und Druck auf die Regierung von Myanmar auszuüben, um sie zu beenden.

 

Silke Diettrich und Margarete Blümel. Myanmar und die Rohingya: Vertreibung, Flucht und Propaganda. Deutschlandfunk.de   4.10.2017