USA: Endlich massiver Druck auf die Waffenlobby

Barack Obama hatte es vergebens versucht: Die Verfügbarkeit von Schnellfeuerwaffen sollte eingeschränkt werden. Zu stark war die Waffenlobby – organisiert in der National Rifle Association (NRA), die zahlreiche Abgeordnete „unter Vertrag“ hat.

Doch nun gibt es Hoffnung. Der Anlass ist allerdings traurig: Ein weiteres Schulmassaker –nach vielen vorangegangenen. In Parkland hat ein ehemaliger Schüler das Feuer an der Marjory Stoneman Douglas High School eröffnet und 17 Menschen getötet und etwa 20 verletzt.

Seither gingen Schüler massenhaft auf die Straße und forderten unter dem Motto „Never again“ vehement strengere Waffengesetze. Sie machten auch die Rolle der NRA und ihren Einfluss auf die Politik zum Thema.

Inzwischen wollen auch viele Firmen, die der NRA und ihren Mitgliedern Vergünstigungen gewährten, nicht mehr mit der Lobby-Organisation in Verbindung gebracht werden.

Die Firma Wild Apricot verlangt von der NRA, dass ihr Logo von der Web-Seite zu entfernen. Die sei ohne ihre Zustimmung dort platziert worden.

Andere Firmen sind aber (bis jetzt) unbeeindruckt:

So sollen im Hyatts Regency Hotel in Dallas Veranstaltungen im Rahmen des NRA-Konvents im Mai stattfinden, ebenso in Omni Hotels.

NRA TV ist auch auf YouTube zu sehen. Dort gibt es aktuell einen Beitrag des Waffenenthusiasten Colion Noir, in dem er sagt, „The mainstream media love mass shootings“. YouTube äußerte sich auch auf Anfrage nicht zu seiner Beziehung zur NRA.

Bereits 2016 wurde die Web-Seite „Goodbye gun stocks“ gegründet, auf der Anleger insgesamt 12.400 Investmentfonds darauf überprüfen können, ob sie Aktien von Waffenproduzenten enthalten.

Diese Auswahl bildet jedoch nur einen kleinen Bruchteil der weltweit existierenden Fonds. Allerdings gibt es ethisch ausgerichtete Fonds, die in ihren Anlegekriterien von vornherein Investitionen in Waffenhersteller ausschließen.

Aber Vorsicht: Die Bezeichnung Ethik-Fonds oder Nachhaltigkeits-Fonds, die nicht geschützt ist, bietet keine Gewähr dafür, dass sich keine Waffenschmieden im Portfolio befinden.

Die von mir nach strengen Kriterien ausgewählten Fonds sind aber in dieser Hinsicht sauber.