Subventionierte Wilderei

Zwei Drittel aller Speisefische der Welt werden in der Großregion um den Golf von Guinea gefangen. Aber die Küstenfischer Afrikas bringen immer weniger Fisch nach Hause. Der Fischkonsum in Afrika ist rückläufig – und das bei steigender Bevölkerungszahl!

Grund: die Überfischung der Meere durch die großen schwimmenden Fischfabriken der Industriestaaten, die bis in weit entfernte Meeresregionen fahren und auch illegal in nationale Schutzzonen afrikanischer Staaten eindringen. Das lohnt sich, weil die Fischräuber massiv subventioniert werden – etwa durch Steuererleichterungen oder verbilligten Diesel.

Weltweit machen die Subventionen bis zu 35 Milliarden US-Dollar pro Jahr aus. Die Staaten mit den üppigsten Subventionen sind laut EU-Kommission: China (5,6 Milliarden), USA (1,6 Milliarden), Südkorea (1,5 Milliarden) und Japan (1,2 Milliarden).

Eigentlich wollte die Welthandelsorganisation (WTO) die Fischereisubventionen bis 2020 ganz abschaffen. Aber die USA, Südkorea, Indien und die Philippinen sind gegen dieses Vorhaben – und die WTO trifft Entscheidungen im Konsens und nicht durch Mehrheitsbeschluss.

Quelle: Die subventionierte Überfischung der Weltmeere (Frankfurter Rundschau vom 11. 12. 2017)