Juni

Mit 1,5 Litern durch die Stadt

Small is beautiful – auch beim Individualverkehr

„Lohbeck: Die Ausschließlichkeit, allein auf die E-Mobilität zu setze halte ich für ganz falsch. Das Urproblem ist das Gewicht, die Masse, die muss runter. Hohes Gewicht braucht viel Energie. Auch Ökostrom ist weder ‚sauber‘ noch umsonst, er ist sogar besonders kostbar. Deswegen ist es gut, wenn VW mit dem Modell ID.3 nicht die oberste Gewichtsklasse elektrifiziert, wie das andere Hersteller machen, sondern an das Massensegment leichterer Fahrzeuge herangeht.

… Nach dem Stand der Technik, also beispielsweise mit Leichtbauweise und Hochaufladung, lassen sich heute kleine leichte Wagen mit real 1,5 Litern Benzin oder Diesel durch die Stadt bewegen, das würde 30 bis 40 Gramm CO2 entsprechen. … Außerdem ginge das vielschneller als das Warten auf die Elektromobilität…

Hägler: Aber auch der Staat will den Umstieg auf E-Mobilität, subventioniert die entsprechenden Wagen.

Lohbeck: Und er sollte es aus den genannten Gründen bleiben lassen – oder sehr restriktiveinschränken auf kleine Fahrzeuge, so wie das Volkswagen letzthin vorgeschlagen hat in einem Thesenpapier, das dann prompt angegriffen wurde – insbesondere von den Herstellern großer Autos.“

Auszüge aus „Auch E-Autos haben einen beträchtlichen CO2-Ausstoß“ (Interview mit dem profilierten Mobilitätsexperten Wolfgang Lohbeck in der Süddeutschen Zeitung vom  15. Mai 2019, Interviewer:  Max Hägler)