Juni

ETF: Gift für Privatanleger

ETF sind Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden. Die Indexfonds unter ihnen bilden einen Börsenindex möglichst exakt und vollständig nach. Keine Fondsmanagerin und kein Fondsmanager entscheidet anhand ihrer/seiner Markteinschätzung, welche Papiere gekauft und verkauft werden. Es gibt auch nicht die Möglichkeit, vorübergehend nicht zu investieren, wenn es ratsam erscheint (kein Liquiditätspuffer!). Für ETF wird intensiv mit dem Kosten-Argument geworben, da die Gebühren wegen des geringeren Aufwands niedriger sind. Dies tun nicht nur die Anbieter von ETF, sondern auch Institutionen, die sich als Verbraucherschützer verstehen.

Eine Krise wie die gegenwärtige macht dann aber doch die grundsätzliche Überlegenheit des menschlichen Gehirns deutlich.

Dazu schreibt die „Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung“ in einer Pressemitteilung vom 2.3.2020:                         

Murphy&Spitz hat bereits Mitte Februar agiert und die Aktienquote im Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland gesenkt. Nachdem sich die Ereignisse in der chinesischen Provinz Hubei zuspitzten und es Auswirkungen auf den chinesischen Export gab, haben wir die Lage sehr intensiv beobachtet und analysiert. Als es dann in Norditalien zu Absperrungen von ganzen Ortschaften kam, haben wir proaktiv begonnen, die Aktienquote von 97% auf 82% zu senken.

Im Gegensatz zu „hirnlos agierenden“ ETFs erkennt das menschliche Hirn: Es wird die Wirtschaft in ganz Europa treffen. Als Rosenmontag die Kurse dann auch in Europa begannen zu fallen, haben wir die Aktienquote im Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland noch einmal auf unter 65% gesenkt. Herausgenommen haben wir dabei nicht die zyklischen Werte (was normalerweise geschieht), sondern jene Aktien, die in Indices wie dem DAX oder EURO Stoxx vertreten sind. Wir haben also proaktiv und bereits als sich abzeichnete, dass es zu einem Kursabschwung kommen wird, agiert.

ETFs, welche per definitionem nicht aktiv gemanagt werden, verstärken Trends. Genau dies geschah in den letzten Wochen zum Schaden von Anlegern, wie die folgende Übersicht exemplarisch veranschaulicht:


Name:                              seit Jahresanfang                  1 Monat               1 Jahr

iShares Dow Jones
Eurozone Sustain. ETF             -10,08%                        – 9,48%                +3,3%
(DE000A0F5UG3)

Murphy&Spitz
Umweltfonds
Deutschland                             +0,59%                         -4,02%                +21,29%
(LU0360172109)

Nachtrag Eduard Belotti 31.05.2020:

Im weiteren Verlauf stürzten die Börsenkurse weiter ab. Der Tiefpunkt war in der dritten Märzwoche erreicht. Danach setzte eine Erholung ein, die aktuell noch anhält (weitere Kursverluste sind aber zu erwarten).

Auch in dieser Phase zeigte sich der gemanagte Fonds von Murphy&Spitz dem ETF deutlich überlegen: gegenüber dem Höchstkurs unmittelbar vor dem Absturz Ende Februar fiel der ETF auf 63 %, der Fonds auf 73 %, inzwischen hat der ETF wieder 80 % des Höchstkurses erreicht, der Fonds Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland aber 95 % des Höchstkurses.

Und zum Kostenargument sagte Jürgen Dumschat (AECON Fondsmarketing GmbH) im Gespräch mit der Zeitschrift „EURO“ bereits 2016:

„Wer mit dem Strom schwimmt, wird vom Strom mitgerissen, wenn die Märkte korrigieren.

Uneingedämmte Verluste kosten viel mehr Performance als die Gebühren, die in vermögens-verwaltenden Fonds für Risikobegrenzung und Performance-Optimierung anfallen.“

Er hält ETF für „Gift für Privatanleger“.