Pressefreiheit – ein bedrohtes Recht

Beispiel Myanmar

In Myanmar (früher Burma) wurden große Hoffnungen in den Übergang von einer Militärdiktatur zu einer Demokratie gesetzt. Aber noch immer sind Minderheiten wie die Rohyngia gewaltsamer Verfolgung ausgesetzt. Und wie es um die Pressefreiheit bestellt ist, zeigt unter anderem der Fall von Wa Lone und Kyaw Soe Oo.

Die beiden Reporter haben zu Vergewaltigungen und Massakern an Rohyngia in Rakhine recherchiert und Täter dazu gebracht, über diese Gräueltaten zu sprechen. Die Regierung, diese stets als „Fake News“ abgetan hatte, steht nun schlecht da (die tageszeitung vom 3. 5.218, Nahaufnahme). Im Dezember 2017 wurden Wa Lone und Kyaw Soe Oo verhaftet. Zwei Wochen lang waren sie für Ihren Arbeitgeber, die Nachrichten-Agentur Reuters, unauffindbar. Nun wird ihnen der Prozess gemacht -aufgrund von Gesetzen aus der Zeit der Militärdiktatur. Im Jahr 2017 wurden in Myanmar laut Reporter ohne Grenzen 20 Journalisten strafrechtlich verfolgt.

Eine große Enttäuschung ist die Staatsrätin Aung San Suu Kyi, die von der Militärdiktatur 15 Jahre in Hausarrest gehalten wurde. Ein Vertrauter von ihr hat das Präsidentenamt inne, das die Verhaftung von Wa Lone und Kyaw Soe Oo laut die tageszeitung „offiziell abgesegnet“ hat. Aung San Suu Kyi äußert sich weder zu den Übergriffen des Militärs gegen die Rohyngia noch setzt sie sich für deren Rechte oder für die Freiheit der Medien ein.

Die Reporterin und Pulitzerpreisträgerin Esther Htusan floh in’s Ausland, nachdem sie von fanatischen Anhängern Aung San Suu Kyis Morddrohungen erhalten hatte.

Es steht immer noch schlecht um Demokratie und Menschenrechte in Myanmar.