September

Mobilität und Arbeitsplätze der Zukunft

Der notwendige Umbau der Autoindustrie

„Ein Bekenntnis zu Industriearbeitsplätzen heißt … auch, Potenziale in angrenzenden Branchen zu nutzen. Die E-Mobilität wird den Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung beschleunigen. Da gilt: In einer Kilowattstunde Wind- oder Solarenergie stecken mehr Arbeitskraft und Wertschöpfung als in Atomstrom. Auch deswegen ist die Energiewende wichtig.

Letztlich sind E-Autos fahrende Stromspeicher. Windenergie, die abends gewonnen, aber nicht gebraucht wird, könnte dort gespeichert werden und stünde morgens für den Weg zur Arbeit zur Verfügung. Jemand wird die neuen Anlagen dafür bauen. Jemand wird das Tankstellennetz für die E-Autos aufstellen. Hunderttausende gut bezahlte, qualifizierte Jobs können entstehen, wenn wir es richtig angehen.

Umbrüche verursachen oft Unsicherheit. Nicht wenige fanden bei der Einführung des Autos: Menschen sollten sich nicht schneller bewegen als in einer Pferdekutsche. Heute sind Schnellstraßen selbstverständlich. Neue Technologien sollen unser Leben besser machen, nicht schlechter. Der industrielle Fortschritt, der Fortschritt in Wissenschaft und Forschung hat dazu geführt, dass wir heute besser, gesünder und länger leben als unsere Vorfahren.

Die Arbeitswelt wird sich auch durch diese industrielle Entwicklung verändern. Entscheidend ist am Ende aber nicht, ob jemand in zehn Jahren der gleichen Aufgabe nachgeht wie heute, sondern, dass es eine Aufgabe für jeden gibt. Das ist unser Anspruch. Und das ist die Herausforderung für den Umbau der Automobilindustrie.“

Auszug aus  dem Gastbeitrag „Wie Phönix aus der Asche?“ von Carsten Bätzold  und Thorsten Schäfer-Gümbel in der Frankfurter Rundschau vom 25. August

Carsten Bätzold ist Vorsitzender des Betriebsrates im VW-Werk Baunatal sowie Mitglied des VW-Konzernbetriebsrates.

Thorsten Schäfer-Gümbel ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Hessischen Landtag und Chef der hessischen SPD.