Juli

Klimaschutz: 1,5-Grad-Ziel!

Karotu Tekita (54) mit seiner Enkelin Akatitia (1), seiner Tochter Retio Tataua (34) und ihrem Sohn Tioti (11 Monate), seiner Frau Tokanikai Karolu (52) und seiner Enkelin Bwetaa (6)

Familie, deren Heimatdorf im Meer versinkt

Tobikeinano, South Tarawa, Kiribati

Das Meer kommt Jahr für Jahr näher, und die Küste wird weggeschwemmt. Zehn Meter meines Landes liegen inzwischen im Meer. Dort stand einmal mein Haus. Als wir in den Achtzigerjahren hier anfingen, gab es viele Kokospalmen. Es war ein angenehmer, friedlicher Ort.

Doch inzwischen sind sämtliche Bäume eingegangen, und wir haben nur noch einen schmalen Streifen Land. Die Situation, in der wir leben, ist prekär. Wenn das so weitergeht, werden wir fliehen müssen.

Ich glaube, schuld daran sind unsere Brüder und Schwestern dort draußen in der Welt, die mit ihrer Energieverschwendung und ihrer Industrie die Umwelt zerstören und das Klima verändern.

Aus: „Schicksale des Klimawandels“  Matthias Braschler und Monika Fischer (Fotografien), Jonathan Watts (Texte), HatjeCantz Verlag, Ostfildern 2011

 

Beim Klimagipfel in Paris Ende 2015 vereinbarten 196 Länder, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, die Erhöhung der bodennahen Erdtemperatur auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, also das bisherige 2-Grad-Ziel noch zu verschärfen. Schon bei 2 Grad erleiden nämlich Mensch und Natur in besonders anfälligen Teilen der Erde schwer wiegende Schäden. Anzeichen dafür sind schon länger sichtbar. Dies dokumentieren die hier zitierten Beispiele aus dem Buch „Schicksale des Klimawandels“.