Dezember

Hass ist inzwischen wählbar

Über die politischen Wegbereiter rechten Terrors

„… der deutsche Staat, das ist inzwischen auch die AfD. Wenn Hass auf Minderheiten in Deutschland wählbar ist und auch massiv gewählt wird, kann es nicht schockierend sein, dass Minderheiten diesen Hass zu spüren bekommen. Täglich. Welche Diskursverschiebung sollen wir erwarten, wenn Gauland im öffentlich-rechtlichen Fernsehen den Holocaust mit einem Fliegenschiss gleichsetzt und nächste Woche gleich wieder eingeladen wird? Irgendwo treffen sich hässliche Worte und hässliche Taten immer, wenn sie Raum kriegen, schreiben sie gemeinsam Geschichte.

Seit dreißig Jahren regiert die CDU in Sachsen, seit dreißig Jahren wird das riesige gesellschaftliche Problem Rassismus geleugnet, ebenso wie organisierter rechter Terror. Ja, Halle ist Sachsen-Anhalt, doch es ist die gleiche, vierzig Minuten entfernte politische Welt. Lieber vor linker Gewalt warnen und relativieren.

Ehrliches menschliches Mitgefühl ist wundervoll. Aber ohne Taten, konsequente Ermittlungen, glaubhafte Ächtung der Verbrecher und ihrer politischen Wegbereiter in der AfD ist das leider zu wenig.“

Aus dem Beitrag „Hässliche Worte, hässliche Taten“ von Dmitrij Kapitelman in der tageszeitung vom 12./13. Oktober 2019. Er wurde durch das Attentat von Halle ausgelöst.