Flüchtlinge als Geiseln

Auf Booten, denen der Zugang zu Häfen verweigert wird, wird das Wasser knapp

Die Sea-Watch 3 hat am 22. Dezember 32 Menschen in Seenot gerettet, und am 29. Dezember hat ein Sea-Eyes-Boot 17 Menschen im zentralen Mittelmeer geborgen. Die Regierungen von Malta und Italien verweigern den Booten bis heute (7. Januar!) die Einfahrt in sichere Häfen. Zuerst sollen europäische Länder zusagen, die Flüchtlinge aufzunehmen. Das ist schlicht Geiselnahme und Erpressung und widerspricht dem internationalen Seerecht. Das bestimmt, dass die Zeit, die Gerettete auf See verbringen müssen, so kurz wie möglich gehalten werden muss.

Unter den Flüchtlingen von denen viele seekrank sind, befinden sich auch Kinder Inzwischen wird an Bord bereits das Trinkwasser knapp.

Ein weiteres Beispiel für die inhumane Flüchtlingspolitik dieser Länder. „Lifeline“-Kapitän Reisch wurde im Sommer 2018 in Malta angeklagt. Er habe ohne ordnungsgemäße Registrierung maltesische Gewässer angesteuert (Das Urteil wird im Januar 2019 erwartet). Im Juni 2018 musste sein Schiff mit 234 geretteten Flüchtlingen fast eine Woche auf dem Meer zubringen, bevor er in den maltesischen Hafen Valetta einlaufen konnte. Dort wurde die „Lifeline“ beschlagnahmt und liegt seither dort fest.

Auch tunesischen Fischern wurde es schlecht gedankt, dass sie Menschen aus Seenot retteten. Sie saßen einen Monat lang unter dem Vorwurf des „Menschenschmuggels“ in einem sizilianischen Untersuchungsgefängnis.

Kapitän Reisch brachte es auf den Punkt: „Seenotrettung ist kein Verbrechen, es ist eine Pflicht.“

Wann wird diese Selbstverständlichkeit endlich in ganz Europa beherzigt?