Vor acht Jahren: Atomkatastrophe in Fukushima

Vor acht Jahren erschütterte am 11. März ein starkes Erdbeben Japan. Etwa 20.000 Menschen starben durch die Erdstöße und den dadurch ausgelösten Tsunami. In Fukushima Daiichi wurde in vier der sechs Atomreaktoren die Stromversorgung zerstört. Dadurch fiel die Kühlung aus und es kam zur teilweisen Kernschmelze mit großer radioaktiver Verseuchung der Region. Sogar „gebrauchte“ Brennelemente, die bereits im Abklingbecken waren, schmolzen.

Japan hatte sogar großes Glück im Unglück, dass die radioaktive Wolke aufs Meer trieb und insbesondere den Großraum Tokio verschonte. Der damalige Premier Naoto Kan sagte Jahre später, dass eine notwendige Evakuierung des Großraums Tokio mit insgesamt 50 Millionen Menschen den Kollaps des Landes bedeutet hätte. Japan hätte vor dem Untergang gestanden.

In Deutschland wurde nach der japanischen Katastrophe die wenige Monate zuvor von den CDU/CSU/FDP-Bundestagsabgeordneten beschlossene Laufzeitverlängerung für alte AKW weitgehend rückgängig gemacht. Um RWE & EON zufriedenzustellen, wurde jedoch die Laufzeit der von ihnen betriebenen beiden letzten Siedewasserreaktoren in Deutschland, den Blöcken B und C in Gundremmingen, gegenüber dem Ausstiegsbeschluss von SPD & GRÜNEN aus dem Jahr 2000 sogar verlängert. Auch wurde der Ausstieg nicht mit den gegebenen Risikoargumenten, sondern politisch begründet, so dass Schadensersatzforderungen der AKW-Betreiber die Tür geöffnet wurde. Insider mutmaßten, dass hierfür der Leiter der Atomabteilung im Umweltministerium, der auch viele Jahre von EON bezahlt wurde, gesorgt habe.