Was darf Satire? Alles – nur nicht dämlich sein!

Der Kabarettist Dieter Nuhr arbeitet sich seit geraumer Zeit an der Umweltbewegung ab –jetzt auch an den Schützern des Hambacher Waldes. Ihre Unglaubwürdigkeit meint er daran festmachen zu können, dass sie Bäume für den Bau ihrer Baumhäusergefällt hätten. Nuhr: „Die holzen offenbar den Wald ab, den sie schützen wollen“ (Sendung „Nuhr im Ersten“ vom 5. April).

Nun, vermutlich stammt das Holz für die Baumhäuser aus dem Hambacher Wald. Aber zur Erinnerung: Wenn die Baum-Besetzer nicht gewesen wären, wäre der Wald weg und das heißt nicht nur die Bäume, sondern auch die Sträucher, Kräuter und Blumen, der Boden mit dem gesamten Bodenleben- alles! An seiner Statt würden dann „Berge“ aus Abraum und ein „See“, ein durch Versauerung bedrohtes Restloch, das Landschaftsbild prägen. Der See wird der das zweitgrößte deutsche Gewässer nach dem Bodensee sein. Und dass das so kommt ist auch nach dem Kohlekompromiss noch nicht ausgeschlossen. Da wächst dann nichts mehr nach, im Gegensatz zum Fällen einzelner Bäume!

Foto: Tim Wagner

 

Aber – so Nuhr weiter – das sei ja „scheißegal“. Der Wald nehme ja in Deutschland zu. Wöchentlich wachse irgendwo ein Deutschland ein „Hambacher Forst“ nach.

Eindrucksvoller kann man seine Ahnungslosigkeit nicht demonstrieren.

Beim Hambacher Bürgewald handelt es sich um einen Maiglöckchen-Hainbuchen-Stieleichen-Wald, ein seltenes Kleinod, das vielen schützenswerten Arten Heimat bietet und kaum ersetzbar ist.

Ich möchte hier Nuhr selbst zitieren: „Man kann zu allem eine Meinung haben – muss aber nicht“. Stimmt genau! Und man kann auch mal nichts sagen, wenn man keine Ahnung hat.