Kampf für die Umwelt – so lange es den Sponsor nicht stört

Die Deutsche Wildtierstiftung (DWS) wurde 1992 von dem Unternehmer Haymo G. Rethwisch gegründet und mit einem Kapital von 111 Millionen € ausgestattet. Nach eigenem Bekunden will sie „Natur und Wildtieren eine Stimme geben und sie aktiv schützen“. Dabei verfährt sie allerdings stark selektiv. Während sie vehement gegen Windkraft im Wald kämpft und hierzu sogar den hessischen Wahlkampf 2018 zu beeinflussen suchte, gibt es keinen Protest von ihr gegen den Plan von RWE, den Hambacher Bürgewald zu beseitigen. Dabei fallen für Windkraft nie ganze Wälder, sondern einzelne Bäume und der Zweck ist nicht die Förderung der besonders klimaschädlichen Braunkohle – wie bei Hambach – sondern die Errichtung klimafreundlicher Stromerzeuger.

Hierzu „Der Tagesspiegel“ vom 8. Mai 2019:  „Es fällt auf, dass die Stiftung nicht für den Erhalt des Hambacher Forstes kämpft, Symbol der Klimaaktivisten, die das Ausweiten des RWE-Braunkohletagebaus stoppen wollen. ‚Die heute noch stehenden 160 bis 200 Hektar Wald sind vor allem Symbol für den Widerstand gegen die Braunkohle geworden‘, betont die Stiftung. ‚Nach unseren Informationen sind im Rheinischen Braunkohlenrevier mehr Flächen zu Wald rekultiviert worden, als in Anspruch genommen wurden.‘ Man habe sich auch an Naturbildungsmaßnahmen mit der Haselmaus auf einem rekultivierten Waldgebiet im Auftrag von RWE Power beteiligt. Ein großer Teil der abgebauten Fläche für die Braunkohle werde zu Ackerland rekultiviert, andere Flächen zu Wald oder Gewässern. …. Und um Vorurteile, ein U-Boot von RWE zu sein, auszuräumen, wird betont, man habe nur einmal eine Spende von RWE Power, bekommen: 1000 Euro im Jahr 2017.“

Der Schlüssel ist vielleicht die Tatsache, dass Stiftungsvorstand Vahrenholt der RWE als Manager der Tochter Innogy sehr verbunden ist. (Außerdem sitzt er im Aufsichtsrat der Hamburger Encavis AG, die in Solar- und Windparks investiert – auch solche in Wäldern.) Bis heute hilft er offenbar dem Mutterkonzern RWE gerne, sein angeschlagenes Image aufzupolieren. Der Hinweis auf die Aufforstung zieht hier nicht, da dieser Maiglöckchen-Hainbuchen-Stieleichen-Wald ein seltenes Kleinod darstellt, das vielen schützenswerten Arten Heimat bietet und kaum ersetzbar ist.

Zur Klimakatastrophe hat Vahrenholt seine eigenen Ansichten, die sich nicht mit denen der Fachwelt decken. Er wehrt sich zwar dagegen, als “Klimaleugner“ bezeichnet zu werden und bestreitet auch den menschlichen Einfluss auf das Klima nicht. Der sei aber geringer als angenommen und daher könne man die fossilen Brennstoffe noch länger nutzen. Auch das kommt RWE natürlich sehr entgegen.