Europa – gleichgültig gegenüber dem Elend Heimatvertriebener  

Da Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zum Symbol für Unmenschlichkeit geworden, da hier Geflüchtete seit Jahren unter menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Bedingungen festgehalten werden. Das ehemalige Kasernengebäude, das den Kern des Lagers bildet, war für 3.000 Soldaten ausgelegt. Heute wohnen 18.000 Menschen auf dem Gelände. Das Lager hat sich aus dem Kasernengebäude auf den ehemaligen Exerzierplatz und in die umliegenden Olivenhaine ausgedehnt. Es fehlt an Behausungen, sanitären Einrichtungen, ja sogar an Nahrung. Menschen erfrieren, die Krätze breitet sich aus, Kinder versuchen, sich das Leben zu nehmen.

Amnesty International berichtete im Januar 2019 aus dem Lager:

„Exkremente und Urin, die unter freiem Himmel abfließen, locken Ratten und Mäuse an.

Es fehlt an Medikamenten, und für die Schwangeren, die Kleinkinder und die kranken oder traumatisierten Menschen steht praktisch kein Arzt zur Verfügung.

In den Toiletten gibt es kein Licht und keine Möglichkeit, sie zu verschließen. Insbesondere Frauen werden dort nachts belästigt, geschlagen und vergewaltigt.

Es ist keine Schule für die vielen Kinder vorhanden. Sie spielen im Schlamm und im Abfall.

Viele haben Hunger, weil die Essensrationen nicht ausreichen.“

Jean Ziegler schreibt in seinem Buch „Die Schande Europas“ über Moria: „Die Verantwortung für die Ernährung der Flüchtlinge liegt ausschließlich beim Verteidigungsministerium in Athen, da es für die ehemalige Kaserne zuständig ist. Die Empfänger der EU-Gelder in Höhe von vielen Millionen Euro schließen Lieferverträge mit den privaten Cateringfirmen auf dem Festland ab. Diese Firmen entladen täglich Berge von Plastikbehältern im Hafen vom Mytilini und transportieren sie ins Lager Moria.

Während meines Aufenthalts habe ich rund einem Dutzend dieser Essensverteilungen beigewohnt. Viermal habe ich gesehen, wie die Leute die Behälter öffneten, an dem Fleisch, dem Huhn oder dem Fisch rochen und sie sofort wegwarfen, so dass sie meist nur die Beilagen, den Reis oder die Kartoffeln behielten.

Ich konnte mich selbst davon überzeugen: Die ‚Ragouts‘ rochen widerlich. Sie waren ungenießbar.“

Am 5. März scheiterte im deutschen Bundestag ein Antrag der Grünen, 5000 Schutzbedürftige, vor allem unbegleitete Minderjährige, aus den griechischen Lagern in der Ägäis nach Deutschland zu holen.

Alle EU-Länder machen Hilfe davon abhängig, dass andere Länder etwas tun. Keines will vorangehen. Wahrhaftig eine Schande!

Bitte beteiligen Sie sich an folgender  Petition und verbreiten Sie sie weiter:

https://www.change.org/p/eil-petition-humanitäre-krise-in-griechenland-deutschland-europa-müssen-flüchtlingen-schutz-bieten