Ein noch genauerer Blick auf die Fleischindustrie

Die verheerenden Zustände in der Fleischindustrie, die durch die vielen corona-infizierten Mitarbeiter wieder mehr Aufmerksamkeit erfahren, sind keine Einzelfälle, sondern haben System und das seit langem!

85 % der 2019 untersuchten Betriebe in Nordrhein-Westfalen wiesen gravierende Mängel auf. Dies betraf die Arbeitszeit und die arbeitsmedizinische Vorsorge. Mitarbeiter leisten die sehr anstrengend Arbeit bis zu 16 Stunden am Stück. Die Vorsorge wurde immer wieder unterlassen. Die Arbeits- und die Wohnverhältnisse sind beengt und damit corona-fördernd (s. Beitrag „Keiner rettet sich allein“ weiter unten).

Die Arbeiter sind nicht angestellt, sondern haben Werkverträge über Subunternehmer. Nicht von ihnen, sondern an ihnen wird viel Geld verdient. Die Arbeiter kommen aus Osteuropa, hauptsächlich aus Rumänien.

Fleischbeschauer haben die Arbeitsbedingungen immer wieder bemängelt. Ihnen wurde teilweise von Amtsärzten untersagt, die Zustände öffentlich zu machen.

Der Arbeitsminister will nun die Werkverträge abschaffen. Hoffentlich wird diesmal etwas daraus!

Der Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ setzt sich seit vielen Jahren für diese Arbeitsmigranten ein. Hier geht es zur Web-Seite des Vereins: https://www.wuerde-gerechtigkeit.de