Braunkohle: Brennstoff oder Sprengstoff?

Leere Worte beim Klimaschutz

Mal wieder ist der ursprünglich ehrgeizige Klimaschutzplan von Umweltministerin Hendricks zurückgestutzt worden:

Nach den Industrie-Lobbyisten Nüßlein und Fuchs aus der Union, für die Ehrgeiz beim Klimaschutz ein rotes Tuch ist, kämpften die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg dafür, die lange Geschichte der Braunkohlenutzung um weitere Kapitel zu verlängern. Bereits 2013 rühmte sich der Gewerkschafter (IG Bergbau, Chemie, Energie), Vattenfall-Aufsichtsrat und SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese, im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung folgenden Satz untergebracht zu haben: „Die konventionellen Kraftwerke (Braunkohle, Steinkohle, Gas) als Teil des nationalen Energiemixes sind auf absehbare Zeit unverzichtbar.“ Auf diesen Satz beruft sich die Braunkohle-Lobby seither häufig und gerne.
Aktuell hat sich der Schutzheilige der Braunkohle in der Bundesregierung, Dietmar Gabriel, die Einwände aus den Kohleländern zu eigen gemacht und bei einem Treffen zum Thema bei der Kanzlerin seine Zustimmung zum Hendricks-Plan verweigert. Diese musste daraufhin mit leeren Händen zur Welt-Klimaschutzkonferenz nach Marrakesch reisen.
Bis 2050 soll die Nutzung fossiler Brennstoffe weitgehend der Vergangenheit angehören. Aber ein Enddatum für die Erschließung neuer Braunkohletagebaue gibt es nicht! Ein Widerspruch in sich! Für den Klimaschutzplan erweist sich der Brennstoff Braunkohle als Sprengstoff.