Alles Fernsehen

Die „alternativen Fakten“ des Herrn Trump

Es handelt sich eigentlich um Erfindungen oder Behauptungen – in der Denkschule Trump sind das „alternative Fakten“. Oder wie sagte ein Berater Trumps so entlarvend: „Nachrichten oder Unterhaltung – es ist alles Fernsehen“.

Einige Beispiele:

Die Geburtsstunde der Redewendung „alternative Fakten“ folgte auf die Amtseinführung des polternden Präsidenten. Wie Fotos zeigen, hatten sich dazu viel weniger Menschen eingefunden als zu der Obamas – das Büro Trump behauptete das Gegenteil. Trumps Beraterin Kellyanne Conway sagte daraufhin, das Büro habe nicht gelogen, es habe nur „alternative Fakten“ geliefert.
Frau Conway erfand auch ein Massaker, das zwei Iraker vor einigen Jahren in Bowling Green in Kentucky begangen haben sollen.

Aber auch Trump selbst ist sehr erfinderisch. Den Klimawandel bezeichnet er als Erfindung der Chinesen, die sich damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA verschaffen wollten. Diese würden nämlich dadurch gehindert, ihre eigenen fossilen Brennstoffe zu nutzen.

Flankierend zu seinem pauschalen Einreisestopp für Menschen aus ausgewählten muslimischen Ländern behauptete er, der „Islamische Staat“ verübe seine Massaker nur an Christen und christliche Flüchtlinge hätten unter früheren US-Regierungen keine Chance gehabt. Beides ist falsch: Die Terroristen des „Islamischen Staats“ haben bereits unzählige Muslime getötet und die USA haben christliche Flüchtlinge aufgenommen. 2016 waren es dem „Pew Research Center“ zufolge 37.521 Christen gegenüber 38.901 Muslimen.

Seit Trumps Amtseinführung verkauft sich der Roman „1984“ von George Orwell besonders gut. Darin kommt ein Wahrheitsministerium vor, das in Trumpscher Manier die Fakten auf den Kopf stellt.

Ein prophetischer Zukunftsroman aus der Vergangenheit.